Vor über 70 Jahren in der Katholischen Volksschule Misburg

Die 3a vor 70 Jahren?

Im Rahmen der Projekttage "100 Jahre Katholische Volksschule Misburg" im September 2007 machten sich die dritten Klassen auf um zu erkunden, wie es früher so in der Schule "auf Jerusalem" war. Sie verbrachten den Tag im Pfarrheim von Herz-Jesu, das ganz in der Nähe zur ehemaligen Volksschule erbaut wurde.

Die 3b vor 70 Jahren?

In Herrn Jagodzinski und Herrn Kelm fanden wir tolle und sehr geduldige Interview-Partner, die über ihre Schulzeit in der ehemaligen Volksschule berichteten. Ein Bildvortrag über das Leben "damals" von Herrn Selke, der ebenfalls gleich neben der Herz-Jesu-Kirche aufgewachsen ist, rundete den interessanten Vormittag ab.Ergänzt durch Recherchen in Büchern und im Internet erstellten wir im Anschluss an den Vormittag in mehreren Kleingruppen Plakate rund ums Thema "Schule früher", die als Ausstellung in der KGS zu bewundern sind. Unsere bereits geplante Fahrt ins Schulmuseum steht noch aus - wenn die Lokführer endlich zu Ende gestreikt haben...

Eindrücke vom Projekttag der Klassen 3a und 3b "auf Jerusalem" am 26.09.2007

Am 26.09.2007 erkundeten die Klassen 3a und 3b, wie es früher "auf Jerusalem" war. Erst zeigte uns Herr Selke Bilder, wie es dort früher ausgesehen hat. Danach durften wir Herrn Jagodzinski und Herrn Kelm interviewen, die vor über 70 Jahren auf die katholische Volksschule neben der Herz-Jesu-Kirche gegangen sind. Lest, was sie uns so alles erzählt haben...

In der Schule gab es 16-18 Klassenräume, einen Sportraum, eine Küche, eine Aula und neben der Schule ein Toilettenhäuschen. In jedem Raum war eine Dampfheizung. Der große Dampfofen stand im Keller. Es gab einen Rundturm, in dem eine Wendeltreppe war, darüber wohnte der Hausmeister. Die Schule hatte auch einen Garten, jede Klasse hatte ein Stück davon. Als eine Bombe in der Nähe eingeschlagen ist, ist die Schule wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Gott sei Dank konnten alle rechtzeitig in den Bunker fliehen.
(Isabella, Jasmin, Natalie R., Susanne, Vitus)

Her Jagodzinski und Herr Kelm haben viel zu erzählen

In einer Klasse waren immer so 30-50 Schüler. Insgesamt gab es 8-12 Lehrer und Lehrerinnen. Die Jungen wurden meistens von Lehrern unterrichtet, die Mädchen von Lehrerinnen.Die Kinder kamen um 8:00 Uhr zur Schule. Sie stellten sich vor dem Schultor zu zweit auf. Im Klassenzimmer hatte jedes Kind seinen Platz, Mädchen und Jungen mussten getrennt sitzen. Wenn der Lehrer kam, standen alle Kinder leise auf und grüßten ihn. Sie mussten artig sitzen und durften sich nur mit dem rechten Zeigefinger melden. Jeder musste fleißig lernen. Die Lehrer waren sehr streng. Wenn die Kinder was Schlechtes getan hatten, kriegten sie meistens Schläge mit dem Stock aufs Kreuz. Es gab aber auch andere Bestrafungen, zum Beispiel in die Ecke stellen bis die Stunde vorbei ist, eine Backpfeife oder eins mit dem Rohrstock auf die Finger. Oder die Kinder mussten nachsitzen oder was abschreiben. Die Frauen waren genauso brutal wie die Männer.Manchmal spielten die Lehrer aber auch mit ihren Schülern, zum Beispiel Fußball.Zweimal im Jahr gab es Zeugnisse, aber zu anderen Zeiten als heute. Regelmäßige Elternabende gab es nicht, nur kleine Elterntreffen. 
(Alina H., Alina L., Henrike, Kai, Natalie E., Marvin, Max, Romina)

Es wird fleißig mitgeschrieben

Damals hatten die Leute sehr wenig Geld. Bei der Einschulung kriegten nur ein paar Kinder Schultüten. Die Kinder trugen im Winter Holzschuhe, im Sommer liefen sie meist barfuß. Die Mädchen durften nur Röcke tragen und die Jungen nur Lederhosen und Hemden. Sportschuhe hatten sie nicht. Es gab auch nur wenig Spielzeug: Die Jungen hatten Holz- oder Blechautos zum Spielen, die Mädchen spielten Kreisel.Kindergeld gab es noch nicht, Urlaub konnten sich die Leute nicht leisten. Auch ins Schullandheim fuhren die Kinder nicht. Aber manchmal machten sie Ausflüge mit der Schule, zum Beispiel zum Schlittschuhlaufen.
(Adriane, Elias, Fabio, Jonah, Julian, Marko)

Früher gab es in der Schule andere Arbeitsmaterialien als heute. In der ersten Klasse lernten die Kinder das Schreiben mit dem Griffel auf einer Schiefertafel. Tafel und Griffel durften nicht herunterfallen, weil sie leicht zerbrechlich waren. Transportiert wurden Tafel und Griffel im Lederranzen. Am Anfang der dritten Klasse schrieben die Kinder mit Bleistift auf Papier, danach durften sie mit Feder und Tinte schreiben. Dabei mussten sie aufpassen, dass sie keine Tintenkleckse auf das Papier und auf den Tisch machten. Herr Jagodzinski und Herr Kelm erzählen uns dazu sehr lustige Streiche: Als sie ein Diktat schreiben sollten, haben sie die Tintenfässer vorher ausgeleert. Und als der Lehrer sagte: "Los, schreibt doch!", sagten die Schüler: "Wie denn? Die Fässer sind doch leer!" Oder die Jungs haben einmal die Zöpfe der Mädchen in die Tintenfässer getunkt. 
(Carolin, Linnea, Lorena, Patrick)

Wir präsentieren: Die Arbeitsergebnisse!

Recherchen im Internet
Mit Ernst bei der Gruppenarbeit